Die PropTech-Szene wächst kontinuierlich und die Dynamik ist erstaunlich. War die Immobilienwirtschaft lange Zeit für Start Ups und die Digitalisierung ein langweiliger, konservativer Zweig, ist nun der genaue Gegentrend spürbar. Über 200 Unternehmen sind im deutschsprachigen Sprachraum aktiv, Medien haben das Thema entdeckt und berichten regelmäßig und das Investoreninteresse steigt stetig, wobei auch die ersten Start Ups schon wieder eingestellt wurden. In diesem Blog wollen wir Sie regelmäßig über die Entwicklungen auf diesem Sektor informieren.

Ein ernster Markt

Während vereinzelte Unternehmen bereits länger bestehen (Drooms, ein Anbieter von virtuellen Datenräumen, feiert heuer etwa sein 15 Jahre Jubiläum), kam erst im letzten Jahr so richtig Schwung in die PropTech-Branche. Eine extra Portion Rückenwind brachte natürlich die Einführung des Bestellerprinzips in Deutschland. Zahlreiche Software-Lösungen wurden geschaffen, um den Vermarktungsprozess digital zu unterstützen bzw. sogar zu substituieren. Nur wenige dieser Unternehmen haben bereits w.o. geben müssen, prominentestes Beispiel ist wohl das Rocket Internet-Start-up Vendomo. Andere, ähnliche Initiativen sind hingegen sehr erfolgreich – sowohl was die Kundenseite betrifft, als auch was die Investoren angeht. McMakler hat heuer etwa 8,5 Millionen Euro eingesammelt (Frog Capital, Piton Capital, Mutschler Ventures und Cavalry Ventures). Investmentsummen wie diese und die steigende Anzahl der Start Ups zeigen, wie ernst dieser Markt geworden ist.

Studie: Fachkräfte fehlen

Eine aktuelle Studie des belegt, dass die Befragten glauben, dass PropTechs dazu beitragen können, den Umsatz der etablierten Marktteilnehmer signifikant zu steigern. „Den größten Mehrwert durch den Einsatz digitaler Technologien sehen die klassischen immobilienwirtschaftlichen Unternehmen im Bereich der Effizienzsteigerung ihrer Kernprozesse“, heißt es in der Studie von EY und ZIA (Zentraler Immobilien Ausschuss), die zugleich auf einen Fachkräftemangel hinweist. Es gäbe zu wenig personelle Ressourcen, damit die Unternehmen ihre digitalen Strategien (die zum Großteil durchaus vorhanden sind) auch umsetzen können. Eine weitere interessante Abhandlung des Themas findet sich auf der Website der gif (Gesellschaft für Immobilienwissenschaftliche Forschung mit dem Titel Start-Ups, PropTechs und FinTechs auf dem Büroimmobilientag).

Neuer Award ausgeschrieben

Um weitere innovative Ideen zu fördern, wurde vor kurzem der PropTech Innovation Award ausgeschrieben, initiiert von Union Investment und dem German Tech Entrepreneurship Center (GTEC). Es handelt sich um den ersten weltweiten PropTech-Wettbewerb, er ist mit 35.000 Euro dotiert, prämiert werden innovative und beispielgebende Ansätze, Prototypen und Geschäftsmodelle. Die Preisträger erhalten neben der finanziellen Unterstützung auch die Chance des Zugangs zum GTEC Lab in Berlin. Das zwölfmonatige Förderprogramm umfasst neben der Beratung in Rechts-, Steuer- und Businessfragen den Zugang zum internationalen Investoren- und Beraternetzwerk von GTEC. Auch österreichische Personen und Unternehmen können bei dem Award mitmachen.

Aktuelles von österreichischen Prop Techs

Im Bereich Crowdfunding konnte CONDA sein erstes Immobilienprojekt (The Son) positiv abschließen, 123 % des Ziels wurden finanziert, was einen Gesamtbetrag von 183.900 Euro ausmacht. In Deutschland ist Crowdinvesting derzeit besonders im Trend: Im Jahr 2015 wurde auf insgesamt 8 Plattformen eine Gesamtsumme von 22,7 Millionen Euro für 16 Immobilienprojekte eingesammelt. Im laufenden Jahr 2016 konnten bislang 7 Plattformen erfolgreich Investitionsphasen über insgesamt 19,1 Mio. Euro für 28 Immobilienprojekte abschließen, heißt es in einem Bericht von FAP.

Foto: © sdecoret / Fotolia

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15. November 2016
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