Wer unter den Immo-Profis jetzt noch immer nicht weiß, was PropTechs sind und können, dem ist nicht zu helfen. Auf der größten Gewerbeimmobilienmesse Europas, der EXPO REAL, die Anfang Oktober über 40.000 Immobilienmenschen nach München lockte, waren PropTechs jedenfalls das große Thema (neben dem vielen Kapital, das nach wie vor entsprechende Objekte sucht).

Außerordentlich viel Information und Diskussion gab es auf dem erstmals eigenen Forum des Real Estate Innovation Network (REIN). Das Netzwerk hatte im Vorfeld 700 internationale Start-Ups identifiziert und die 25 besten auf die Messe geholt, um sie mit etablierten Immobilienunternehmen zu vernetzen. „Die Gründer boten einen Überblick zu neuen Technologietrends – und zwar für alle Bereiche in der Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft“, resümiert Wolfgang Moderegger, Gründer und Initiator von REIN.

Umwerfend auch der Vortrag des Europa-Innovationschefs von CBRE, Thomas Herr. In nur 20 Minuten erklärte er zehn Bereiche der Immobilienwirtschaft, die sich aufgrund der Digitalisierung massiv verändern werden und schaffte es gleichzeitig mit jeweils nur ein paar Andeutungen, die wichtigsten neuralgischen Punkte im Gehirn der Zuhörer zu aktivieren – die somit eine Idee und Ahnung bekamen, was das jeweilige Feld für Auswirkungen in der Zukunft haben kann. Thomas Herr ist übrigens auch Gast bei der FUTURE: PropTech in Wien, die am 9. November 2017 in den Sofiensälen stattfinden wird. Es ist die erste Konferenz dieser Art in Österreich und unter den 45 Referenten finden sich zahlreiche internationale Experten. Die Konferenz wird von der Austrian PropTech Initiative (apti) organisiert.

Auch sonst geht die Digitalisierung munter weiter: Immobilieninserate können jetzt bei immosuchmaschine auch per Whatsapp zugestellt werden, die FH St. Pölten und die FH Kufstein arbeiten an neuen Projekten, ImmoAge etwa entwickelt Methoden, um Baujahr, Bauperiode und regionale Bauweisen mittels Bilderkennungsverfahren in die Bewertung einfließen zu lassen. Selbiges Ziel verfolgt das Projekt ImmBild: Hier bedient man sich Satellitenbilder, analysiert diese automatisiert und fügt sie mit immobilienwirtschaftlichen Informationen zusammen – so soll noch detailiertere Information zur Bewertung einer Wohnlage gesammelt werden. Ein wieder anderes Tool stellte das Beratungshaus Drees + Sommer vor Kurzem vor: einen digitalen Asset-Check, der objekt- und marktdatenbasiertes Benchmarking für unterschiedliche Nutzungsarten liefert. Mithilfe immobilienspezifischer Indizes mit Ertrags- und Kostendaten sowie Wirtschafts- und Regionaldaten entsteht eine schnelle und kostengünstige Vorbewertung von Immobilien während der Phasen Ankauf, Halten und Verkauf.

Die angesehene deutsche Irebs Immobilienakademie startet am 26. Februar 2018 übrigens erstmalig einen zehntägigen Studiengang, der die neue Welt von 0 und 1 zum Zentrum hat. Digital Real Estate Management heißt er und kostet 5.450 Euro.

Datenquelle Foto: basemap.at

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24. October 2017
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